Work-ID – der digitale Ausweis für die Schweizer Arbeitswelt
Carole Kläy

Studien belegen, was Zehntausende auf Jobsuche in der Schweiz erleben: Menschen mit ausländischen Namen, Ältere oder Personen mit einer Behinderung haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Vorurteile bringen Stellensuchende um ihre Chancen und Arbeitgeber um passende Mitarbeitende.
Work-ID zeigt, was Menschen können und was für sie wichtig ist
Gründer und Lead-Investor Cornel Müller beschäftigt sich seit 30 Jahren intensiv mit dem Arbeitsmarkt. Für ihn steht fest: «Der Fachkräftemangel ist nicht das Hauptproblem. Es ist der Kompass, der falsch eingestellt ist. Statt die Fähigkeiten – die Skills – transparent zu machen, werden in den Lebensläufen die beruflichen Stationen in der Vergangenheit aufgezählt.» Doch das ist für den künftigen Erfolg kaum noch relevant. Die Folge: Menschen und potenzielle Arbeitgeber finden sich nicht. Um diesem Problem entgegenzuwirken und endlich darauf zu fokussieren, was wirklich wichtig ist, wurde die Work-ID entwickelt. Die Work-ID dokumentiert, was Menschen alles können. Und sie wächst ein Berufsleben lang mit. Mit wenigen Klicks erfassen Arbeitnehmende und alle, die gerne arbeiten möchten, ihre Skills und Werte, erhalten passende Jobvorschläge und können anonym Interesse an Jobs bekunden.
Passende Lösung für Unternehmen
Bereits Anfang August wurde der Skills-Manager für Unternehmen lanciert. Dieses Werkzeug zeigt den Arbeitgebern, wer wirklich passt. Intern und extern. «Die Work-ID und der Skills-Manager schaffen ein Ökosystem, das Menschen und Unternehmen passgenau zusammenbringt», so Renato Profico, CEO der Work-ID AG. Die Work-ID AG baut die Erkenntnisse des Innosuisse-Flagship-Projekts «Swiss Circular Economy for Skills and Competences» ein. Am Forschungsprojekt sind starke Partner beteiligt: die Universität St.Gallen, die Universität Zürich, die EPFL, die ZHAW und die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung.
Datenschutz ist gewährleistet
Die Work-ID soll die Suche nach Fachpersonal für Unternehmen optimieren und die Arbeitsplatzchancen von Arbeitnehmenden erhöhen. Arbeitnehmende behalten dabei jederzeit die Kontrolle über ihre Daten. Die Work-ID gehört der Person selbst, nicht einem Unternehmen oder einer Plattform. Die Nutzerinnen und Nutzer entscheiden, welche Informationen sichtbar sind und für wen. Alle Angaben sind freiwillig, anonymisiert und jederzeit editierbar.