Wo in der Ostschweiz aus Geschäftsideen neues Business wird
Switzerland Innovation Park Ost und Jérôme Müggler

Enge Forschungspartner des Parks sind Empa, HSG, Spitalverbund HOCH, Fachhochschule OST und RhySearch. Im laufenden Jahr liegt der Fokus des Parks auf dem Aufbau des neuen HSG START Accelerators und dem Aufbau des Sensor Innovation Hub. Beide Angebote stehen auch Thurgauer Startups bzw. Thurgauer Unternehmen vollumfänglich offen.
Teamwork von Startnetzwerk und Startfeld
Erste Anlaufstelle für Startups im Kanton Thurgau ist das Startnetzwerk Thurgau. Das Team um Geschäftsführer Lukas Rösch bietet Thurgauer Startups Beratung, Vernetzung, Coaching etc. Das Startnetzwerk arbeitet in der Unterstützung von Startups eng mit Startfeld, der Startup-Förderung des SIPO zusammen. So können Thurgauer Startups auch vom Startfeld-Netzwerk profitieren. Weiterhin haben Thurgauer Startups Zugang zum Startfeld Expertenkomitee und zu Seed Capital Finanzierungen aus der Stiftung Startfeld von bis zu 500‘000 CHF. Möglich macht dies eine Kapitaleinlage der Thurgauer Kantonalbank in die Stiftung Startfeld.
Neu wird in St.Gallen ein 3-monatiges Accelerator-Förderprogramm unter dem Namen HSG START Accelerator aufgebaut. Gründungspartner für den Accelerator sind die HSG, deren Studentenverein START und der SIPO. Ziel des Accelerators ist es die besten DeepTech-Startups Europas nach St.Gallen zu holen und dort «Investor-ready» zu machen. Aktuell läuft der Auswahlprozess für die erste Startup-Gruppe, die ab September 2025 das Accelerator-Programm durchlaufen wird. In diesem Programm sollen die Startups den entscheidenden Schritt in der Entwicklung ihres Geschäftsmodells machen, um sich dann ausreichend Wachstumskapital bei Investoren sichern zu können. Mit der Kombination aus Inkubations- (Startnetzwerk / Startfeld) und Accelerations-Programmen (HSG START Accelerator), soll die Ostschweiz zu einem Europäischen Hotspot für DeepTech-Startups werden.
Sensor Innovation Hub – Wissenstransfer für KMU
Die Ostschweiz zeichnet sich durch einen im nationalen Vergleich überproportional hohen Anteil an produzierenden Unternehmen der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie aus. Für diese Unternehmen spielen Sensoren eine immer wichtigere Rolle, um ihren Produktionsprozess zu verbessern und enger zu kontrollieren. Viele der wichtigen Bauteile für Sensoren werden in Nordamerika oder in Asien entwickelt und gefertigt. Es gilt diese Bauteile (wie z.B. Laserdioden, Prozessoren, Speicherbausteine, Glasfasern) kompetent zu nutzen und mit in der Schweiz entwickelten Komponenten innovativ zu kombinieren. Für diese Aufgabe sind hochspezielle Forschungsanlagen und Expertenwissen erforderlich.
Am Standort Buchs im St.Galler Rheintal betreibt die Fachhochschule OST einen modernen Reinraum, in dem diese Anlagen zur Verfügung stehen. Im gleichen Reinraum befinden sich auch die Beschichtungsanlagen des Forschungs- und Innovationszentrums Rheintal RhySearch, die ebenfalls eine zentrale Rolle dabei spielen. Künftig bilden die Fachhoch- schule OST, RhySearch und der SIPO mit ihren jeweiligen Experten und den in Buchs vorhandenen Forschungsanlagen gemeinsam den Sensor Innovation Hub. Diese Kombination von Forschungsanlagen und Expertenkompetenz ist einzigartig. Viele innovative Schweizer Unternehmen, die auf dem Gebiet der Sensorik tätig sind, haben ihre Unterstüt- zung für den Sensor Innovation Hub in einem Unterstützungsschreiben bekundet.
Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Der Switzerland Innovation Park Ost entwickelt sich zunehmend zu einem bedeutenden Innovationsmotor für die ganze Ostschweiz – mit unmittelbarer Relevanz für den Kanton Thurgau. Die Nähe zu Hochschulen, Start- ups und forschungsintensiven Unternehmen schafft ein inspirierendes Umfeld für technologische und wirtschaftliche Entwicklungen, von denen die Thurgauer Wirtschaft direkt profitieren kann. «Für unsere Unternehmen ist der Zugang zu innovativen Netzwerken, Forschungspartnern und neuen Technologien entscheidend», sagt Jérôme Müggler, Direktor der Industrie- und Handelskammer Thurgau. «Der Park bietet eine Brückenfunktion zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.» Thurgauer Firmen – insbesondere aus den Bereichen Maschinenbau, Medizintechnik, Lebensmitteltechnologie und Digitalisierung – finden hier Zugang zu gemeinsamen Projekten mit Hochschulen. Die Möglichkeit, in einem interdisziplinären Umfeld neue Lösungen zu entwickeln, fördere die Wettbewerbsfähigkeit und beschleunige Innovationsprozesse.

Der Standort des Parks befindet sich im Westen von St.Gallen im Lerchenfeld.
Langfristige Wettbewerbsfähigkeit ist entscheidend
Auch der Kanton Thurgau sieht grosses Potenzial. «Wir möchten unsere Unternehmen aktiv ermutigen, den Park als Plattform zu nutzen», betont Daniel Wessner, Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit und Mitglied des Verwaltungsrats des Parks. «Gerade KMU erhalten hier Zugang zu Ressourcen, die ihnen im Alleingang oft nicht zur Verfügung stehen.» Ein weiterer Vorteil: Die Nähe zu St.Gallen erlaubt es Thurgauer Unternehmen, ohne grosse Umwege an Forschungsprojekten mitzuwirken oder Innovationslabore zu nutzen. Das stärkt nicht nur bestehende Strukturen, sondern zieht auch neue Talente in die Region. «Innovation entsteht dort, wo Menschen, Ideen und Kompetenzen zusammenkommen», so IHK-Direktor Müggler weiter. Wessner ergänzt: «Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts hängt davon ab, wie gut wir in der Lage sind, Innovationen zum Durchbruch zu verhelfen. Der Park ist dafür ein strategischer Hebel.»