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Thurgauer Unternehmen expandieren zuhause und international

Dass der Thurgau Heimat für innovative und erfolgreiche Unternehmen ist, zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass diese innerhalb des Kantons oder international expandieren. So hat die Frauenfelder Baumer Group einen indischen Flowmeter-Produzenten übernommen, die Griesser AG aus Aadorf hat ein neues Werk in Österreich in Betrieb genommen und die Forster Profilsysteme hat ihren neuen Campus in Romanshorn eröffnet.
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Mitte September eröffnete Forster Profilsysteme pünktlich zum 150-jährigen Firmenjubiläum den Forster Campus in Romanshorn

Baumer übernimmt führenden indischen Flowmeter-Produzenten

Die Baumer Group aus Frauenfeld hat Manas Microsystems Pvt. Ltd. übernommen, einen der grössten und technologisch führenden Anbieter von Durchflussmessgeräten in Indien.

Manas wurde 1998 gegründet und befindet sich in Pune (Indien). Mit einem Team von 80 Mitarbeitern, die produzieren, kalibrieren und Kundendienst leisten, geniesst Manas heute einen hervorragenden Ruf in der Prozessindustrie. Das Unternehmen bietet innovative Produkte für die Durchflussmessung von Gasen und Flüssigkeiten an.

Die Flowmeter von Manas eignen sich für eine Vielzahl von Anwendungen, da sie robust und genau sind und auch unter rauen Umgebungsbedingungen funktionieren. Mit einem breiten Portfolio an Durchflussmessern und einem zertifizierten Prüf- und Kalibrierungslabor

beliefert Manas verschiedene Branchen wie Wasserwirtschaft, Molkereiindustrie, Automotive, Zucker-, Textil-, Papier und Zellstoffindustrie, Wärmebehandlung und Pharmazie.

Shrikant Sahasrabudhe, Gründer und Geschäftsführer von Manas Microsystems, freut sich, das Unternehmen an Baumer zu übergeben: «Die Integration von Manas Microsystems in die Baumer Group wird unsere Position im Bereich der Durchflussmessung stärken und es uns ermöglichen, unseren Kunden und Stakeholdern noch grösseren Mehrwert zu bieten. Manas Microsystems bringt innovative Technologie, ein motiviertes Team, eine proaktive Service-Mannschaft, einen starken Kundenstamm und eine gute Infrastruktur mit. Baumer hat die internationale Erfahrung, einen grossen Kundenstamm, moderne Techniken und ein gutes Markenimage, die unser Geschäft ergänzen.»

Dr. Oliver Vietze, CEO und Chairman der Baumer Group, ergänzt: «Baumer ist seit fast 20 Jahren in Indien aktiv, sowohl mit einer eigenen Vertriebsorganisation als auch mit einem Produktionsstandort für Prozessinstrumente. Mit unserem breiten Sensorportfolio haben wir uns in diesem wachsenden Markt eine hervorragende Position erarbeitet. Mit der Übernahme von Manas Microsystems stärken wir diese Position und bauen die Kompetenz von Baumer als internationaler Spezialist für Prozesssensorik weiter aus.»

Griesser setzt auf Aluminium

Als Branchenvorreiterin setzt die Griesser AG aus Aadorf künftig auf nachhaltigeres Aluminium bei der Herstellung ihrer Produkte. Mit Green Aluminium reduziert das europaweit führende Sonnenschutzunternehmen die CO2-Emissionen pro produziertem Kilogramm Aluminium um bis zu 30 Prozent.

Aluminium bietet mit seiner hohen Witterungsbeständigkeit, dem geringen Gewicht, der hohen Stabilität und der guten Recyclingfähigkeit ideale Voraussetzungen für die Herstellung der hochwertigen Sonnenschutzprodukte von Griesser. Ein wesentlicher Nachteil ist jedoch der enorme Energiebedarf bei der Aluminiumherstellung.

Obwohl Griesser bereits dank eines Aluminiumrezyklatanteils von 30 % mit bis zu 4,7 kg CO2-Emissionen pro produziertem Kilogramm Aluminium unter dem europäischen Durchschnitt von 6,71 kg und dem globalen Durchschnitt von 16,72 kg liegt, hat sich der Sonnenschutzhersteller das Ziel gesetzt, diesen Wert nachhaltig zu senken.

Für Urs Neuhauser, CEO der Griesser Group, ist dies ein wichtiger Schritt zur Erreichung der Klimaziele des Unternehmens: «Unsere Klimavision sieht eine vollständige Dekarbonisierung bis 2050 vor. Um dies zu erreichen, müssen wir auch bei unserer Produktwelt ansetzen und diese in Richtung CO2-Neutralität weiterentwickeln. Mit nachhaltigen Produkten im Solar- oder Recycling-Bereich konnten wir bereits erste Erfolge verzeichnen. Mit Green Aluminium erreichen wir ein neues Level.»

Dafür arbeitet Griesser mit zwei europäischen Lieferanten zusammen, die zertifiziertes Low-Carbon-Aluminium anbieten. Insbesondere im Bereich des Primäraluminiums bringt diese Zusammenarbeit weitere Vorteile, da dieses Aluminium mit erneuerbaren Energien und modernen Technologien in Europa erzeugt wird, was zu bis zu fünfmal tieferen CO2-Emissionen führt im Vergleich zur herkömmlichen, kohleintensiven Herstellung.

Forster Profilsysteme eröffnet Campus in Romanshorn

Rund zwei Jahre nach dem Spatenstich feierte Forster Profilsysteme im vergangenen September die Eröffnung des Forster Campus im Romanshorn.

Der neue Firmenstandort liegt zirka zehn Kilometer vom bisherigen Firmensitz in Arbon entfernt. 52 Millionen Franken hat der Hersteller von Stahlprofilsystemen in den Neubau investiert, der auf mehr als 30 000 Quadratmetern neue Massstäbe in den Bereichen Design, Technologie und Nachhaltigkeit setze.

Der neue Campus besteht aus drei unterschiedlichen Baukörpern. Produktions- und Logistikhalle mit Hochregallager ist der größte Bau. Im angrenzenden Technologiezentrum finden sich das Schulungszentrum, die Produktionswerkstatt und ein Testcenter. Als drittes fügt sich der Bürobau in das Gebäudeensemble ein.

Das neue Gebäudeensemble ist laut Forster das erste in der Schweiz, das mit dem international renommierten LEED-Zertifikat Gold für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet ist. Das neue Bürogebäude auf dem Gelände habe sogar Platin-Level für die Nachhaltigkeit erreicht.

Folgende Massnahmen sorgen u.a. für die Nachhaltigkeit des Campus: Es wurden rund 1900 Tonnen Stahl verbaut, der in der Produktion deutlich weniger CO2-Emissionen verursacht als herkömmlicher Stahl. Die für die Produktion benötigte Energie erzeugt eine Photovoltaikanlage. Diese produzierte allein im Mai 2024 so viel Strom, dass damit mehr als 40 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden könnten.