Thurgauer Technologietag: Zwischen Potenzial und Handlungsbedarf
Robin Fritschi / AWA Thurgau

Der diesjährige Thurgauer Technologietag war mit 450 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung ein Erfolg. Unter dem Motto «Erfolg durch Innovation – Ideen für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort Thurgau» präsentierten Fachleute konkrete Projekte und Lösungsansätze. Dr. Lorenz Herrmann von der Empa zeigte beispielsweise neue Entwicklungen in der Chipherstellung sowie bei Nanokeramik, die künftig unter anderem bei Neurodermitis eingesetzt werden könnte. Auch Thurgauer Unternehmen präsentierten innovative Ideen. Gastgeber Thomas De Martin, CEO der De Martin Group, stellte eine neuartige Beschichtung für Fahrradbremsscheiben vor. Die neu patentierte Technologie senkt die Temperatur um rund 30 Prozent und verbessert die Bremsdosierung. Besonders schwere E-Bikes und Lastenvelos profitieren von einer längeren Lebensdauer der Bremsscheiben.
Thermische Energiegewinnung aus Fliessgewässern
Ein weiteres Projekt stammt von der cross-ING Bodensee AG. Das Unternehmen nutzt fliessende Gewässer zur thermischen Energiegewinnung. Die entwickelte Wärmepumpentechnologie soll eine effiziente und nachhaltige Heizlösung ermöglichen. Gemeinsam mit der EKT-Energiestiftung laufen in Bürglen erste Tests mit drei unterschiedlichen Verdampfertypen. Der Kanton Thurgau zählt – trotz dieser guten Beispiele – gemeinhin nicht zu den führenden Innovationsstandorten der Schweiz. Darauf wies Daniel Wessner, Präsident des Technologieforums, am Technologietag hin. Er verwies dabei auf den Wettbewerbsindikator der UBS, der letzten Herbst publiziert wurde. In der Wettbewerbssäule «Innovation» liegt der Thurgau lediglich auf dem Rang 20 und damit im hinteren Mittelfeld der Kantone.
Projekte von KMU mit Hochschulen
Vor diesem Hintergrund kündigte Walter Schönholzer, Regierungsrat und Chef des Departements für Inneres und Volkswirtschaft, an diesem Tag einen kantonalen Innovationsfonds an. Das Technologieforum soll in eine noch zu gründende Stiftung überführt werden, die Forschungs- und Entwicklungsprojekte zwischen KMU und Hochschulen unterstützt. Ziel ist es, die Innovationskraft der Thurgauer Unternehmen nachhaltig zu stärken. Oder wie es Schönholzer sagte: «Wir läuten ein neues Zeitalter für die Innovation im Thurgau ein.»