Thurgauer Löhne werden 2024 im Schnitt 2 Prozent steigen
Jérôme Müggler

Im Durchschnitt werden die Löhne bei den 211 Unternehmen, die im Thurgau die IHK-Lohnumfrage ausgefüllt haben, um 2 Prozentpunkte zunehmen. In der Kernregion Ostschweiz (SG, TG, AR, AI) werden sich die Löhne bei den 810 teilnehmenden Unternehmen im Schnitt um 1.9 Prozentpunkte erhöhen und somit mit dem Thurgau vergleichbar sein. Bei genauerer Betrachtung der Lohnentwicklungen nach Branchen zeigen sich teils markante Unterschiede. So entwickeln sich die Löhne in den befragten Thurgauer Unternehmen in den Branchen ICT-Dienstleistungen (2.6%), Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (2.7%) und Elektronik / Optik (2.6%) überdurchschnittlich. Wohingegen Branchen wie Verkehr / Lagerei (1%), Nahrungs- und Genussmittel (1.6%) oder Metallindustrie (1.6%) tiefere Lohnanpassungen prognostizieren. Die Hauptkategorien Industrie (1.9%), Baugewerbe (2%) oder Dienstleistungen (2%) entsprechen gesamthaft dem Durchschnitt.
Personalbestand unverändert oder zunehmend
Klar zu beobachten ist, dass die Thurgauer Unternehmen in der Umfrage bei der Geschäftsentwicklung, beim Umsatz und der Auftragslage im Vergleich zum Jahr 2022 weniger zufrieden sind. Nur kleinere Veränderungen sind allerdings beim Vergleich des Gewinns zwischen 2022 und 2023 zu erwarten, was grundsätzlich positiv bewerten ist. Bei den Erwartungen für 2024 zeichnet sich ab, dass rund die Hälfte der Unternehmen keine grösseren Veränderungen erwarten. Ein Viertel erwartet eine positive Entwicklung dieser Indikatoren, ein weiterer Viertel eine negative Entwicklung. Auf den Personalbestand angesprochen geht eine Mehrheit der Unternehmen aktuell davon aus, dass dieser unverändert bleiben oder sogar zunehmen wird. Rund 93% der Unternehmen sind aktuell auf der Suche geeignetem Personal. Über zwei Drittel schätzen die Suche nach Mitarbeitenden sodann als schwierig bis sehr schwierig ein.
Finanzen wichtiger als Geopolitik
Bei den grössten Herausforderungen stechen der Arbeitskräftemangel und die stets wachsende Bürokratie klar heraus. Gefolgt werden diese von zwei Themenblöcken: starker Schweizer Franken / Zinsen / Inflation sowie Digita- lisierung / Wettbewerb / veränderte Kundenbedürfnisse. Interessant zu beobachten ist, dass geopolitische Entwicklungen, die Beziehung Schweiz-EU sowie der zunehmende Protektionismus in vielen Ländern zurzeit noch weniger Sorgen bereiten. Das kann damit zusammenhängen, dass die höher bewerteten Herausforderungen den täglichen Geschäftsgang stärker beeinflussen und politische Entwicklungen sich mehr auf die strategische Ausrichtung von Unternehmen auswirken.