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Neues Vademecum beleuchtet die Ostschweizer Wirtschaft

Die IHK St.Gallen-Appenzell und die IHK Thurgau veröffentlichen gemeinsam das Vademecum «Ostschweizer Wirtschaft in Zahlen». Dieses Nachschlagewerk lädt zum Entdecken der Wirtschaftsregion ein. Das Nachschlagewerk bietet Fakten zu den Bereichen Bevölkerung, Volkswirtschaft, Arbeit und Erwerb sowie Wirtschaftsstruktur.
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Im ersten Teil wird die regionale Bevölkerungsentwicklung aufgezeigt. Diese verzeichnet einen Bevölkerungswachstum. Zwischen 2011 und 2021 betrug dieses 9.2%. Der Kanton Thurgau wuchs in diesem Jahrzehnt gar um 13.9%, womit er Ostschweizer Spitzenreiter war. Der Grund hiervon liegt im Geburtenüberschuss und in der Zuwanderung. Gleichzeitig leidet jedoch auch die Ostschweiz an der der demografischen Herausforderung der Überalterung.

Stagnierendes BIP pro Kopf trotz grossem Wirtschaftswachstum

Gleichzeitig ist von 2010 bis 2020 das Ostschweizer BIP um 11% gestiegen. Erfreulicherweise sticht der Thurgau durch ein Wirtschaftswachstum von 16.1% in diesem Zeitraum hervor. Verbunden mit dem ebenfalls erheblichen Bevölkerungswachstum stagnierte das kantonale BIP pro Kopf jedoch, wobei dasselbe für die gesamte Ostschweiz und die Schweiz gilt. Ziel des Thurgaus sollte es folglich sein, die volkswirtschaftliche Arbeitsproduktivität zu steigern. Dies drängt sich auch in Anbetracht dessen auf, dass das Thurgauer BIP pro Einwohner national unterdurchschnittlich ist. Im Weiteren ist für den Thurgau wie auch für die gesamte Ostschweiz ein überdurchschnittlich grosser sekundärer Sektor bezeichnend. Ferner ist die Ostschweizer Wirtschaft überdurchschnittlich stark EU-orientiert.

Ostschweiz glänzt mit niedriger Arbeitslosigkeit und starker Berufsbildung

Das Vademecum offenbart auch, dass die Anzahl Unternehmensgründungen die Konkurse in der Ostschweiz erfreulicherweise klar überwiegt. Auf der anderen Seite bietet sich bei den Patentanmeldungen noch Potenzial, da der Osten des Landes vergleichsweise nicht ganz mitzuhalten vermag. Positiv hervortun kann sich die Ostschweiz im nationalen wie auch internationalen Vergleich regelmässig mit ihrer tiefen Arbeitslosigkeit: Sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Jugendarbeitslosigkeit ist tiefer als in der gesamten Schweiz. Des Weiteren fällt auf, dass die Berufsbildung in der Ostschweiz stark verankert ist: Über eine Berufsbildung oder höhere Berufsbildung als höchsten Abschluss verfügen in der Ostschweiz 58.5% im Vergleich zu gesamtschweizerischen 49.9%.