MakerSpace: Beste Vorbereitung auf die Berufswelt
Thomas Merz, Prorektor Pädagogische Hochschule Thurgau

«Welche Fähigkeiten brauchen Schülerinnen und Schüler in ihrer Berufslaufbahn?» Diese Frage beschäftigt die PHTG zentral. Seit gut 10 Jahren verfolgt sie daher in Forschung, Entwicklung und Lehre die Konzeption und Nutzung von so genannten MakerSpaces und begleitete zusammen mit der Fachhochschule OST bereits zahlreiche Schulen bei deren Einrichtung. Für Thurgauer Industrie und Gewerbe, dabei besonders für Lehrbetriebe, bietet das grosse Chancen.
MakerSpace – ein analog/digitaler Werkraum
Digitalisierung verändert die Berufs- und Lebenswelt rasant. Geschäftsmodelle, die teilweise Jahrhunderte funktionierten, werden plötzlich obsolet. Internet und Künstliche Intelligenz verändern Industrie und Gewerbe. Sie bringen neue Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich. Auf den ersten Blick ist ein MakerSpace ein digitaler Werkraum. Da stehen Holz- und Metallbearbeitungswerkzeuge, Schraubenzieher genauso wie Lötkolben oder allerlei Materialien vom Stoff bis zum Karton. Typisch für den MakerSpace sind dazu digitale Tools vom 3D-Drucker über eine programmierbare Stickmaschine bis zum Lasercutter oder Plotter. Schülerinnen und Schüler lernen hier neueste Technologien für digitale Fabrikation kennen, nutzen sie, spielen und experimentieren und erwerben dabei Kompetenzen, die sie in ihrer Berufs- und Lebenswelt nutzen können.
Making – ein zukunftsgerichtetes Lernkonzept
Hinter einem MakerSpace steht für die PHTG aber noch viel mehr. Making soll ganz grundsätzlich Zukunftskompetenzen fördern. Kinder tauschen sich aus, lösen gemeinsam Probleme, lernen aus Fehlern und Rückschlägen, brauchen Kreativität und Ausdauer, Sorgfalt und Genauigkeit. Ganz grundsätzlich bieten MakerSpaces ideale Lernräume, um Schülerinnen und Schüler fit zu machen für eine sich rasch verändernde Lebenswelt mit immer neuen Herausforderungen. All das waren für die PHTG Gründe, MakerSpaces zu entwickeln und die Umsetzung in den Schulen zu fördern – und damit in der Lehrerinnen/Lehrerbildung eine Vorreiterrolle einzunehmen. Ab Ende Jahr startet sie zudem in Zusammenarbeit mit dem I+D Campus mit mobilen MakerSpaces ein neues, vielversprechendes Projekt.