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Die brandgefährliche JUSO- Initiative gehört abgelehnt

Ende November kommt die Erbschaftssteuer-Initiative der Jungsozialisten zur Abstimmung. Diese will Nachlässe über einem Freibetrag von 50 Millionen Franken mit einer nationalen Erbschaftssteuer von 50 Prozent belegen. Sie gefährdet damit Familienunternehmen in ihrer Existenz. Die IHK lehnt die Initiative dezidiert ab.
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Die überwiegende Mehrheit aller Unternehmen der Schweiz befindet sich in Familienbesitz. Gemäss einer Umfrage der IHK Thurgau und der IHK St.Gallen-Appenzell lehnen 85 Prozent der Ostschweizer Unternehmen die Initiative denn auch deutlich ab.

Betroffene Familienunternehmen existenziell gefährdet

Knapp die Hälfte der befragten betroffenen Unternehmen sehen sich in ihrer Existenz gefährdet, würde die Initiative angenommen. Dies vor allem dann, wenn es darum geht, die familieninterne Nachfolge im Unternehmen zu regeln: Laut Umfrage müssten rund 44 Prozent ihr Fremdkapital erhöhen, um die Steuerlast tragen zu können. Ein Verkauf beziehungsweise Teilverkauf des Unternehmens wäre für knapp die Hälfte von ihnen notwendig. Es sind aber gerade auch Familienunternehmen, welche ihr Wirtschaften über mehrere Generationen langfristig ausrichten, in einer Region verwurzelt sind und sichere Arbeitsplätze schaffen. Mit ihrer Innovationskraft und Krisenresistenz tragen sie zu einer robusten Wirtschaftsentwicklung bei.

Verlust von Arbeitsplätzen und Standortattraktivität

Anlässlich der drohenden Gefahr bei Annahme der Initiative erwägen zahlreiche Betriebe die Verlagerung der Geschäftstätigkeit oder von Teilen davon ins Ausland. Die Folge wären ein Verlust von Arbeitsplätzen in der Schweiz sowie negative Auswirkungen auf die Standortattraktivität: Denn die Schweiz würde für Unternehmen teurer und würde deshalb relativ gesehen zu anderen Standorten an Attraktivität verlieren.

Schätzungen gehen zudem davon aus, dass die Schweiz bei Annahme der Initiative aufgrund des Wegzugs von Unternehmen bis zu 3.7 Milliarden Franken Steuerausfälle verzeichnen müsste.

Ostschweizer IHKs mit eigener Kampagne für ein NEIN

Weil die Ablehnung dieser Initiative entscheidend ist, engagieren sich die IHK Thurgau und die IHK St.Gallen-Appenzell gemeinsam mit einer eigenen Nein-Kampagne im Kammergebiet. Dabei stehen die Botschaften «Arbeitsplätze in der Schweiz erhalten» und «Sorge zu unseren Familienunternehmen und KMUs tragen» im Vordergrund. Unterstützt wird die Kampagne im Thurgau von prominenten Unternehmen wie Baumer Group, Glatz, Gottlieber Spezialitäten und ISA Sallmann Body Wear.